{"id":1017,"date":"2010-02-02T20:51:16","date_gmt":"2010-02-02T18:51:16","guid":{"rendered":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=1017"},"modified":"2010-03-21T13:25:13","modified_gmt":"2010-03-21T12:25:13","slug":"chemnitz-oper-der-schmied-von-gent","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=1017","title":{"rendered":"Chemnitz, Oper &#8211; DER SCHMIED VON GENT"},"content":{"rendered":"<blockquote><p>von Franz Schreker (1878-1934), Gro\u00dfe Zauberoper in 3 Akten, Nach de Costers Smetse Smee aus den vl\u00e4mischen M\u00e4ren, UA: 29. Oktober 1932, Berlin<br \/>\nRegie: Ansgar Weigner, B\u00fchne: Siegfried E. Mayer, Kost\u00fcme: Claudia M\u00f6bius<br \/>\nDirigent: Frank Beermann, Robert-Schumann-Philharmonie, Chor und Kinderchor der Oper Chemnitz<br \/>\nSolisten: Oliver Zwarg (Smee), Undine Drei\u00dfig (Smees Frau), Edward Randall (Slimbroek), Andr\u00e9 Riemer (Flipke), Martin G\u00e4bler (Herzog Alba), Judith Kuhn (Astarte), Viktor Sawaley (Henker Jakob Hessels, Zweiter Adliger), Martin G\u00e4bler (Erster Adliger), Thomas M\u00e4thger (Dritter Adliger), Matthias Winter (Josef), Anna Erxleben (Maria), Kouta R\u00e4s\u00e4nen (Petrus) u. a.<br \/>\nBesuchte Auff\u00fchrung: 30. Januar 2010 (Premiere)<\/p><\/blockquote>\n<p><strong>Kurzinhalt<\/strong><br \/>\n<a TITLE=\"chemnitz-schmid-von-gent.jpg\" HREF=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2010\/02\/chemnitz-schmid-von-gent.jpg\"><img ALIGN=\"right\" ALT=\"chemnitz-schmid-von-gent.jpg\" SRC=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2010\/02\/chemnitz-schmid-von-gent.jpg\" \/><\/a>Smee betreibt eine Schmiede in Gent zur Zeit des 80j\u00e4hrigen Krieges. Die Gesch\u00e4fte laufen ausgezeichnet, da er auch f\u00fcr die spanischen Besatzer arbeitet, insgeheim jedoch Spottlieder auf diese singt. Sein Widersacher Slimbroek jedoch sabotiert und denunziert Smee, so da\u00df jener gezwungen ist, seine Schmiede zu schlie\u00dfen. Als Smee daraufhin seinem Leben ein Ende bereiten will, schlagen ihm drei Stimmen im Auftrag des Teufels einen Pakt vor, der ihm sieben Jahre Wohlstand verhei\u00dft. Der Schmied unterschreibt das Teufelb\u00fcndnis, und er wird reicher als je zuvor. Zum Dank der Aufnahme der heiligen Familie werden Smee drei W\u00fcnsche gew\u00e4hrt. Mit ihnen \u00fcberlistet der Schmied die drei Teufelsabgesandten. Es gelingt ihm zwar, den H\u00f6llenpakt zu zerrei\u00dfen, der Teufel l\u00e4\u00dft jedoch seine Schmiede zur H\u00f6lle fahren. Der Schmied stirbt darauf und gelangt zum H\u00f6llentor. Dort wird er verjagt und \u00fcber eine Leiter erreicht er die Pforte des Paradieses. Nach Abw\u00e4gung seiner Taten erh\u00e4lt er schlie\u00dflich Einla\u00df.<br \/>\n<strong>Vorbemerkung<\/strong><br \/>\nMit Schrekers letzter vollendeter Oper wurde seit 1921 erstmalig wieder in Chemnitz ein B\u00fchnenwerk des Komponisten gezeigt. Damit ist die Chemnitzer Inszenierung, nach den Auff\u00fchrungen der Berliner Staatsoper und den Bielefelder B\u00fchnen, die dritte Produktion der Komposition seit der NS-Zeit. Dem Umstand der Rarit\u00e4t geschuldet wurde die Auff\u00fchrung Live \u00fcbertragen und f\u00fcr CD (Label cpo) mitgeschnitten.<br \/>\n<strong>Auff\u00fchrung<\/strong><br \/>\nIn der Inszenierung deuten in den einzelnen Szenen ein \u00fcberdimensionaler Tastenbelag auf dem Boden und riesige, teils bewegliche Elemente, Teile eines Fl\u00fcgels an, der im ersten Akt mit Feuerstellen als Schmiede, im zweiten Akt als umz\u00e4unte Rasenfl\u00e4che und im letzten Akt als Wolkenhimmel zum Einsatz kommt. Mit diesen Versatzst\u00fccken, wie auch mit einer Einblendung eines Familienbildes Schrekers, soll eine Verschr\u00e4nkung der Handlung mit der kompositorischen T\u00e4tigkeit des Komponisten erzielt werden. Dazu verl\u00e4\u00dft der Schmied auch immer wieder die Handlungsebene und tritt auf die Vorb\u00fchne, um als Komponist an der Partitur zu arbeiten oder dirigierende Anweisungen zu geben.<br \/>\n<strong>S\u00e4nger und Orchester<\/strong><br \/>\nBa\u00dfbariton<strong> Oliver Zwarg<\/strong> (Smee) versteht es, die Aufmerksamkeit mit gro\u00dfer B\u00fchnenpr\u00e4senz auf sich zu ziehen. Sein <em>Nun bin ich ger\u00e4cht<\/em> im 1. Akt l\u00e4\u00dft sein sattes Stimmvolumen erdiger Tonlagen erahnen, das sich im <em>Sch\u00f6ne B\u00e4um\u2018 drau\u00dfen<\/em><em> am Kai<\/em> und in der der <em>Pflaumenarie<\/em> des zweiten Aktes mit lyrisch-dramatischer Stimmdynamik paart. Mit Tenor <strong>Edward Randall<\/strong> als Slimbroek steht ihm ein stimmlich veritabler Gegenspieler zur Seite, der mit klarer Diktion und gekonnt \u00fcberzeichneten Phrasierungen aufwartet. Mit dem geschmeidigem Timbre ihrer dunklen Stimmf\u00e4rbung besticht Mezzosopranistin <strong>Undine Drei\u00dfig<\/strong> (Smees Frau), insbesondere im <em>Will gern f\u00fcr ihn bitten<\/em> des dritten Aktes. <strong>Judith Kuhn<\/strong> gibt mit dem <em>Ich bin die Stimme<\/em> im dritten Akt zudem eine stimmverf\u00fchrerische Astarte ersten Ranges mit der glitzernd tranquilierenden Strahlkraft ihres Soprans. Hervorzuheben seien auch die Leistungen der \u00fcbrigen S\u00e4nger, die den Grundton der soliden Besetzung des St\u00fcckes unterstreichen.  Der gl\u00e4nzend eingestimmte <strong>Chor<\/strong> l\u00e4\u00dft zudem die Luft, wie beim <em>Dirredomdeine<\/em> des ersten Aktes mit impulsiver Stimmdynamik f\u00f6rmlich knistern. Die im Blech aufblitzend musizierende <strong>Robert-Schumann-Philharmonie<\/strong> unter <strong>Frank Beermann<\/strong> schafft dazu einen Klangboden, auf dem sich die S\u00e4nger voll entfalten k\u00f6nnen.<br \/>\n<strong>Fazit<\/strong><br \/>\nDie Verschr\u00e4nkung der Opernhandlung mit angedeuteten Phasen aus Schrekers Leben und Schaffensproze\u00df gelingt auf Grund der teilweise zu stark vordergr\u00fcndig geratenen Versuche nicht. Im Gegenteil: Das Hervortreten und Herumfuchteln des Schmieds als Komponist st\u00f6rt die geschlossene Handlung. Dies wird insbesondere am Schlu\u00df deutlich, wenn Smee die Himmelsstiege nach dem Aufstieg wieder verl\u00e4\u00dft und als unerl\u00f6ster Komponist in der Ecke kauert. Zudem z\u00fcnden von Schreker bewu\u00dft revueartig eingeflochtene Szenen auf Grund zu starker \u00dcberzeichnung nur gelinde und kippen ins Gegenteil, wie etwa in der Begegnung mit der heiligen Familie. Trotz der zu verzeichnenden musikalischen K\u00fcrzungen bleibt so vor allem das hohe Niveau der S\u00e4nger und des Orchesters hervorzuheben.<br \/>\nDr. Andreas Gerth<\/p>\n<p>Bild: Dieter Wuschanski<br \/>\nDas Bild zeigt: Oliver Zwarg (Smee) und Undine Drei\u00dfig (Smees Frau)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>von Franz Schreker (1878-1934), Gro\u00dfe Zauberoper in 3 Akten, Nach de Costers Smetse Smee aus den vl\u00e4mischen M\u00e4ren, UA: 29. Oktober 1932, Berlin Regie: Ansgar Weigner, B\u00fchne: Siegfried E. 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