{"id":1012,"date":"2010-01-24T23:46:53","date_gmt":"2010-01-24T21:46:53","guid":{"rendered":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=1012"},"modified":"2010-03-21T13:25:22","modified_gmt":"2010-03-21T12:25:22","slug":"bielefeld-stadttheater-carmen","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=1012","title":{"rendered":"Bielefeld, Stadttheater &#8211;  CARMEN"},"content":{"rendered":"<blockquote><p>von Georges Bizet (1838 \u2013 1875), Opera comique in vier Akten, Libretto: Ludovic Hal\u00e9vy und Henri Meilhac nach der Novelle von Prosper M\u00e9rim\u00e9e; UA: 3. M\u00e4rz 1875 Paris<br \/>\nRegie: Helen Malkowsky, B\u00fchnenbild: Harald B. Thor, Kost\u00fcme: Tanja Hofmann, Dramaturgie: Uwe Sommer,<br \/>\nDirigent: Leo Siberski, Bielefelder Philharmoniker, Bielefelder Opernchor, Extrachor Chorinis, Choreinstudierung: Hagen Enke<br \/>\nSolisten: Frances Pappas (Carmen), Viktoria Granlund (Mica\u00ebla), Emmanuel Di Villarosa (Don Jos\u00e9), Alexander Marco-Buhrmester (Escamillo), Torben J\u00fcrgens (Zuniga), Laura Joeken (Manuelita), Cornelie Isenb\u00fcrger (Frasquita), Sarah Kuffner (Merc\u00e9d\u00e8s), Statisterie des Stadttheaters Bielefeld<br \/>\nBesuchte Auff\u00fchrung: 23. Januar 2010 (Premiere), in franz\u00f6sischer Sprache mit deutschen \u00dcbertiteln<\/p><\/blockquote>\n<p><strong>Kurzinhalt<\/strong><br \/>\n<a HREF=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2010\/02\/bielefeld-carmen.jpg\" TITLE=\"bielefeld-carmen.jpg\"><img SRC=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2010\/02\/bielefeld-carmen.jpg\" ALT=\"bielefeld-carmen.jpg\" ALIGN=\"right\" \/><\/a>W\u00e4hrend der Hochzeitsfeier des Offiziers Zuniga mit Manuelita erscheint eine Erpresserbande und kompromittiert Zuniga mit einer ehemaligen Liebschaft, der Zigeunerin Carmen. Brigadier Jos\u00e9 ist ebenfalls zugegen und verliebt sich in Carmen, obwohl er mit Mica\u00ebla verlobt ist. Bei einem Streit verletzt Carmen Manuelita mit einem Messer. Jos\u00e9 soll sie auf Befehl Zunigas in Haft nehmen. Er l\u00e4\u00dft sich aber von Carmens Reizen \u00fcberw\u00e4ltigen. Als Zuniga die beiden zusammen entdeckt, schlie\u00dft sich Jos\u00e9 notgedrungen der Erpresserbande an. Der Stierk\u00e4mpfer Escamillo m\u00f6chte Carmen auch f\u00fcr sich gewinnen. Aus Eifersucht kommt es zum Kampf zwischen Escamillo und Jos\u00e9. Mica\u00ebla versucht ein letztes Mal, Jos\u00e9 zur\u00fcckzugewinnen, doch zu sehr besetzt Carmen sein Denken und Tun. Als Jos\u00e9 Escamillo mit Carmen sieht, ersticht er sie in seiner Verzweiflung.<br \/>\n<strong>Auff\u00fchrung<\/strong><br \/>\nRegisseurin Helen Malkowsky l\u00e4\u00dft eine Hochzeitsfeier darstellen, welche wie ein roter Faden durch die Inszenierung f\u00fchrt. Das erste B\u00fchnenbild zeigt einen Gastst\u00e4ttensaal mit T\u00fcren und Fenstern, vergilbten Wandfliesen und einer gro\u00dfen Bahnhofsuhr. Die Hochzeitsgesellschaft kommt tanzend zu einer swingartigen, technisch verst\u00e4rkten Musikeinspielung herein und gruppiert sich um die aufgebauten Tische. Erst jetzt beginnt das Orchester mit der Ouvert\u00fcre. Zunigas Liebschaft mit Carmen wird in Form einer Filmsequenz via Beamer auf eine Leinwand projiziert. Hinter der Leinwand steht Carmen, gekleidet in ein schwarz-rotes Kleid. Das laute Ticken der Uhr wird als Stilmittel f\u00fcr Zeitspr\u00fcnge eingesetzt. F\u00fcr das zweite B\u00fchnenbild f\u00e4hrt die komplette B\u00fchne hoch, und darunter erscheint das Verf\u00fchrungszimmer Jos\u00e9s und Carmens: ein klein wirkendes schwarzes Zimmer, spartanisch eingerichtet mit Bett, Stuhl und Waschbecken mit tropfendem Wasserhahn. Im letzten Akt wird Jos\u00e9 mit einer Beamer-Projektion die Liebesszene zwischen Escamillo und Carmen pr\u00e4sentiert. Die Zweikampfszene zwischen Jos\u00e9 und Escamillo wie auch die kleineren Auseinandersetzungen zwischen den Akteuren, beispielsweise zwischen Carmen und Jos\u00e9, sind sehr realit\u00e4tsnah inszeniert.<br \/>\n<strong>S\u00e4nger und Orchester<\/strong><br \/>\nF\u00fcr die beiden Hauptrollen wurden zwei S\u00e4nger-Darsteller der Extraklasse gewonnen. <strong>Frances Pappas<\/strong> als Carmen ist eine hervorragende Besetzung: ph\u00e4nomenal weiblich, mit hinrei\u00dfender erotischer Ausstrahlung und eine hingebungsvolle Darstellerin. Mit ihrer schauspielerischen Leistung sowie mit ihrem technisch sicheren, differenzierungs- und wandlungsf\u00e4higen Mezzosopran gelingt ihr ein in jeder Hinsicht beeindruckendes Rollenportr\u00e4t. <strong>Emmanuel di Villarosa<\/strong> (Don Jos\u00e9) ist in seiner Rolle ebenso gro\u00dfartig. Er besticht mit einer klaren und kr\u00e4ftigen Tenorstimme, mit der er die amour\u00f6sen ebenso wie die lebhaften Passagen seiner Partie gekonnt umsetzt. <strong>Viktoria Granlund<\/strong> (Mica\u00ebla) singt gewohnt sicher in der Intonation und sehr klar im Ausdruck. <strong>Alexander Marco-Buhrmester<\/strong> (Escamillo) erbringt eine achtbare Gesangsleistung, steht aber im Vergleich zu den Gesangsleistungen Emmanuel di Villarosas in dessen Schatten. <strong>Sarah Kuffner<\/strong> (Frasquita) und <strong>Cornelie Isenb\u00fcrger<\/strong> (Merc\u00e9d\u00e8s) singen ausdrucksvoll in allen Lagen und \u00fcberzeugen in ihren schauspielerischen Nebenrollen. Der neu gegr\u00fcndete Kinder- und Jugendchor Chorinis meistert seinen ersten Auftritt in einer Opernproduktion solide, trotz der technischen \u00dcbersteuerung bei seinem lautstarken Eintritt aufgrund eines versehentlich noch offenen Kanals von der verst\u00e4rkten Einspielung zu Beginn. Der Bielefelder Opernchor ging anfangs nicht immer synchron mit dem Orchester, steigerte seine Leistung aber im Verlauf des Abends. Das Orchester unter der Leitung von<strong> Leo Siberski<\/strong> spielte abgesehen von einigen Patzern \u00fcberwiegend ausgewogen und erreichte besonders in den kammermusikalischen Passagen dichte, stimmungsstarke Momente.<br \/>\n<strong>Fazit<\/strong><br \/>\nDie Auff\u00fchrung \u00fcberzeugt neben der musikalischen Seite in erster Linie durch die hervorragenden darstellerischen Leistungen der Akteure, allen voran der S\u00e4nger der beiden Hauptrollen. Die Hochzeitsfeier als roter Faden ist ein Inszenierungsgedanke, dessen Umsetzung gut gelungen ist. Die Aktivierung zweier vertikaler B\u00fchnenebenen ist ungewohnt, aber erfrischend. Einige Effekte sind fantastisch gelungen, st\u00f6rend wirkt hingegen z.B. der Zigarettenqualm, der von der B\u00fchne in den Publikumsraum gelangt. Insgesamt jedoch eine gelungene Auff\u00fchrung.<\/p>\n<p>Britta Winkelnkemper<\/p>\n<p>Bild: Matthias Stutte<br \/>\nDas Bild zeigt von links nach rechts: Emmanuel Di Villarosa (Don Jos\u00e9), Frances Pappas (Carmen), Mitglieder des Opernchors<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>von Georges Bizet (1838 \u2013 1875), Opera comique in vier Akten, Libretto: Ludovic Hal\u00e9vy und Henri Meilhac nach der Novelle von Prosper M\u00e9rim\u00e9e; UA: 3. M\u00e4rz 1875 Paris Regie: Helen Malkowsky, B\u00fchnenbild: Harald B. 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