{"id":1000,"date":"2010-01-26T23:25:34","date_gmt":"2010-01-26T21:25:34","guid":{"rendered":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=1000"},"modified":"2010-03-21T13:25:19","modified_gmt":"2010-03-21T12:25:19","slug":"wiesbaden-staatstheater-falstaff","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=1000","title":{"rendered":"Wiesbaden, Staatstheater  &#8211; FALSTAFF"},"content":{"rendered":"<blockquote><p>von Giuseppe Verdi (1813-1901),  Lyrische Kom\u00f6die in drei Akten, Libretto: Arrigo Boito nach The Merry Wives of Windsor (1597) und Passagen aus King Henry IV (1596\/1597) von William Shakespeare, UA: 9. Februar 1893, Mailand, Teatro alla Scala<br \/>\nRegie: ChristianSpuck, B\u00fchne\/Kost\u00fcme: Emma Ryott, Licht: Thomas M\u00e4rker, Dramaturg: Bodo Busse<br \/>\nDirigent: Marc Piollet, Orchester und Chor des Hessischen Staatstheaters Wiesbaden, Choreinstudierung: Christof Hilmer<br \/>\nSolisten: Kiril Manolov (Falstaff), Thomas de Vries (Ford), Sharon Kempton (Alice Ford), Emma Pearson (Nanetta), Diane Pilcher (Mrs. Quickley), Felipe Rojas Velozo (Fenton), Ute D\u00f6ring (Mrs. Meg Page), Erik Biegel (Bardolph), Bernd Hofmann (Pistol), Christopher Busietta (Dr. Cajus)<br \/>\nBesuchte Auff\u00fchrung: 24. Januar 2010 (Premiere)<\/p><\/blockquote>\n<p><strong>Kurzinhalt<\/strong><br \/>\n<a TITLE=\"wiesbaden-falstaff.jpg\" HREF=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2010\/01\/wiesbaden-falstaff.jpg\"><img ALIGN=\"right\" ALT=\"wiesbaden-falstaff.jpg\" SRC=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2010\/01\/wiesbaden-falstaff.jpg\" \/><\/a>Ritter Falstaff hat kein Geld mehr. Er schickt einen Diener mit identischen Liebesbriefen zu Alice Ford und Meg Page, die beide \u00fcber das Geld ihrer M\u00e4nner verf\u00fcgen. Falstaff hofft, so an das Geld der Damen zu kommen. Die beiden lesen sich ihre Briefe vor und schmieden mit Alices Tochter Nanetta und Mrs Quickley einen Racheplan. W\u00e4hrendessen unterrichten Falstaffs Diener Mr Ford vom drohenden Ehebruch, worauf dieser verkleidet Falstaff besucht, um sich mit eigenen Augen ein Bild zu machen. Falstaff begibt sich zu einem Stelldichein zu Mrs Ford, als Mr Ford und seine Begleiter auf der Suche nach dem Eindringling das Haus auf den Kopf stellen. Falstaff wird von den Damen in einen W\u00e4schekorb gesperrt und in die Themse gesch\u00fcttet. Mrs Quickley kann ihn zu einem weiteren Treffen mit Mrs Ford nachts im Wald \u00fcberreden. Hier inszenieren alle gemeinsam einen Spuk, Falstaff wird so lange gepiesackt, bis er bereut.<br \/>\n<strong>Auff\u00fchrung<\/strong><br \/>\nDie B\u00fchne besteht aus einem schwarzen Raum, in dem ein schwarzer Tisch und mehrere schwarze St\u00fchle stehen. An den W\u00e4nden rechts und links befindet sich je eine ausklappbare schwarze Leiter. In den Szenen, die nicht im Wirtshaus oder Wald spielen, kommen wei\u00dfe, an einer W\u00e4scheleine h\u00e4ngende Kleidungsst\u00fccke, sowie ein gr\u00fcner Kugelbaum hinzu. Die Eiche im Wald ist auf einer Leinwand aufgemalt.<br \/>\nDie hinteren W\u00e4nde lassen sich nach unten klappen, so da\u00df ein noch tieferer Raum entsteht, der auch als Ein- und Ausgang benutzt wird. An dieser hintersten Wand sieht man gelegentlich schwarz-wei\u00dfe Fotografien von Gesichtern. Im Boden befinden sich zwei rechteckige Vertiefungen, die mit aufklappbaren Deckeln versehen sind. Auf beiden Seiten der B\u00fchne gibt es je zwei T\u00fcren.<br \/>\nDie Kost\u00fcme der Damen sind extravagant, sie tragen Kleider unterschiedlichster Art. Allen gemeinsam ist die schwarze Farbe und die wenigen knallpinken Kleidungsteile. Die Herren tragen herk\u00f6mmliche Kleidung wie Hose mit Hemd oder Anzug mit Fliege.<br \/>\n<strong>S\u00e4nger und Orchester<\/strong><br \/>\n<strong>Kiril Maolov<\/strong> (Falstaff) sticht mit seinem vollen ausdrucksstarken Bariton aus dem Solistenensemble deutlich hervor. Er wechselte m\u00fchelos gem\u00e4\u00df der Spielsituation zwischen weichen und kraftvollen Eins\u00e4tzen, besonders in seiner Arie <em>Mondo ladro \u2013 Welt voll Missgunst<\/em> \u00fcberraschte er mit einer zarten Stimme. Er gl\u00e4nzte ebenso durch sein lebendiges Spiel. <strong>Thomas de Vries<\/strong> (Mr Ford) \u00fcberraschte mit einem sehr warmen vollen Bariton, der besonders in seiner Arie <em>\u00c8 sogno- So tr\u00e4um ich<\/em> zum Tragen kam. Er verk\u00f6rperte den eifers\u00fcchtigen sowie den vers\u00f6hnten Ehemann lebhaft und glaubw\u00fcrdig.<br \/>\n<strong>Emma Pearson<\/strong> (Nanetta), <strong>Diane Pilcher<\/strong> (Mrs Quickley), <strong>Sharon Kempton<\/strong> (Alice Ford) und<strong> Ute D\u00f6ring<\/strong> (Meg Page) \u00fcberzeugten eher durch ihr Schauspiel als ihren Gesang, wobei Pearsons m\u00e4dchenhaftes Getue allerdings etwas anstrengend war. Kemptons Stimme war zwar sch\u00f6n, aber sehr leise und flach. D\u00f6ring sang ihre Rolle wenig differenziert, ebenso Pearson, die dennoch mit viel Zartheit in ihrer Arie als Feenk\u00f6nigin \u00fcberraschte. Pilcher besitzt die ausdrucksst\u00e4rkste Frauenstimme dieses Solistenensembles, bei ihr h\u00f6rte man leider deutlich den Registerwechsel. Auch <strong>Felipe Rojas Velozos<\/strong> (Fenton) schauspielerische Leistung war besser als seine gesangliche, seine Stimme klang gepre\u00dft und flach.<br \/>\n<strong>Erik Biegel<\/strong> (Bardolph) und <strong>Bernd Hofmann<\/strong> (Pistol) sind ihren Rollen stimmlich zwar gewachsen, ihre St\u00e4rke aber liegt, so schien es, eher im Schauspiel, Hofmann \u00fcbertrieb seine komische Rolle dabei leider.<br \/>\n<strong>Christopher Busietta<\/strong> (Dr Cajus) dagegen \u00fcberrascht mit einer warmen kr\u00e4ftigen Stimme, auch sein Schauspiel ist frisch und lebhaft. Das <strong>Orchester<\/strong> \u00fcbert\u00f6nte die S\u00e4nger leider mehrmals, konnte die Musik aber durchaus ausdrucksstark und differenziert umsetzen.<br \/>\n<strong>Fazit<\/strong><br \/>\nInsgesamt war dies eine gelungene Inszenierung, die besonders vom B\u00fchnenbild und den ansprechenden Kost\u00fcmen lebt.<\/p>\n<p>Pia-Antonia Lai<\/p>\n<p>Bild: Martin Kaufhold<br \/>\nDas Bild zeigt: Kiril Manolov (Falstaff), Sharon Kempton (Alice Ford)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>von Giuseppe Verdi (1813-1901), Lyrische Kom\u00f6die in drei Akten, Libretto: Arrigo Boito nach The Merry Wives of Windsor (1597) und Passagen aus King Henry IV (1596\/1597) von William Shakespeare, UA: 9. 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