{"id":100,"date":"2007-11-16T10:58:14","date_gmt":"2007-11-16T08:58:14","guid":{"rendered":"http:\/\/operapoint.com\/blog\/?p=100"},"modified":"2007-12-04T20:09:34","modified_gmt":"2007-12-04T18:09:34","slug":"glyndebourne-opera-lewis-england-macbeth","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=100","title":{"rendered":"Glyndebourne Opera, Lewes, England &#8211; MACBETH"},"content":{"rendered":"<blockquote><p>von Giuseppe Verdi, Oper in vier Akten, Libretto von Francesco Maria Piave nach einer Trag\u00f6die von William Shakespeare<br \/>\nUrauff\u00fchrung: 14. M\u00e4rz 1847, Florenz, zweite Fassung: 21.April 1865, Paris (hier besprochen). Es handelt sich um eine Festival Produktion von 2007.<br \/>\nRegie: Richard Jones und Geoffrey Dolton<br \/>\nDirigent: Robin Ticciati, Glyndebourne on Tour Orchestra und Glyndebourne Chorus<br \/>\nChoreographie: Linda Dobell<br \/>\nSolisten: Stephen Gadd (Macbeth), Ilya Bannik (Banco), Svetlana Sozdateleva (Lady Macbeth), Miriam Murphy (Kammerfrau der Lady Macbeth), Julie Pasturaud (Hofdame), Stefano Ferrari (Macduff), Thomas Walker (Malcolm), Sion Goronwy (Arzt\/Diener\/Herold), Michael Wallace (M\u00f6rder) u.a.<br \/>\nBesuchte Auff\u00fchrung: 27. Oktober 2007<\/p><\/blockquote>\n<p><strong>Kurzinhalt<\/strong><br \/>\n<img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/operapoint.com\/blog\/wp-content\/uploads\/2007\/11\/Mecbeth.jpg\" alt=\"Mecbeth\" title=\"Mecbeth\" align=\"right\" \/>Das von Piave erstellte Libretto der weltbekannten Shakespeare Trag\u00f6die beginnt mit einer Prophezeiung: Macbeth, dem schottischen Feldherren begegnen drei Hexen, die ihm eine Zukunft als Lehnsherr von Cawdor und als schottischer K\u00f6nig vorhersagen. Seinem Kampfgenossen Banco hingegen prophezeien sie, er werde Vater von K\u00f6nigen. Kurz darauf erf\u00fcllt sich die erste Prophezeiung, Macbeth wird Lehnsherr von Cawdor.<br \/>\nNach seiner R\u00fcckkehr und auf Rat seiner Frau ermordet Macbeth Duncan, den jetzigen K\u00f6nig, w\u00e4hrend dieser bei ihnen auf der Burg \u00fcbernachtet. Macbeth wird K\u00f6nig. \u00c4ngstlich, da\u00df Banco ihm den Thron streitig machen k\u00f6nnte, gibt Macbeth den Mord an Banco und dessen Sohn Fleance in Auftrag. Banco stirbt, aber Fleance kann fliehen. Macbeth erf\u00e4hrt davon w\u00e4hrend eines Festes an seinem Hofe. Er vermeint, Banco blut\u00fcberstr\u00f6mt zu sehen und spricht verwirrt \u2013 sehr zum Erschrecken seiner G\u00e4ste &#8211; mit dem Geist. Lady Macbeth lenkt die G\u00e4ste ab und kann so die Situation retten.<br \/>\n\u00c4ngstlich sucht Macbeth erneut Hilfe bei den Hexen. Doch Macbeth hat noch schlimmere Vorstellungen: Er sieht Bancos Zukunft als eine nicht enden wollende Reihe von K\u00f6nigen. Um dies zu verhindern, lassen Macbeth und seine Frau Macduffs gesamte Familie t\u00f6ten.<br \/>\nLady Macbeth zerbricht unter ihrer Schuld. Sie entwickelt einen Waschzwang, nachtwandelt, wird wahnsinnig und stirbt. Malcolm und Macduff ziehen mit ihrem Heer gegen Macbeth, der get\u00f6tet wird.<br \/>\n<strong>Die Auff\u00fchrung<\/strong><br \/>\nDie von Richard Jones f\u00fcr das Glyndebourne Sommer Festival 2007 aufgelegte Produktion wurde im wesentlichen f\u00fcr diese Vorstellung beibehalten.<br \/>\nDer erste Auftritt von drei an osteurop\u00e4ische Putzfrauen erinnernden Hexen in und um einen Wohnwagen schien mir ein passender Einfall. Die Farben ihrer Kleidung fanden sich in Macbeths Schottenrock wieder, eine sch\u00f6ne Symbolik. Bei der R\u00fcckkehr Macbeths zu den Hexen im dritten Akt jedoch wird die Szene \u00fcbertrieben mit Hexen, Skeletten, Teufeln und einem Zaubertrunk auf einem 50er Jahre Herd, eine Walpurgisnacht mit Diskokugel.<br \/>\nDer Hauptteil der Oper fand vor einer Backsteinmauer mit K\u00f6nigskammer-Blockh\u00fctte statt, und man konnte sich eines gewissen Puppenhaus-Eindrucks nicht entziehen. Dadurch wurde dem St\u00fcck die n\u00f6tige Tragik und Ernsthaftigkeit genommen. Das allzu Schottische (farbkodierte Schottenr\u00f6cke, schottische Tapete und Teppich) erg\u00e4nzte diesen in den locker-lustig abgleitenden Eindruck.<br \/>\nMusikalisch \u00fcberzeugte vor allem das Orchester mit seinem jungen Dirigenten Robin Ticciati, ebenso wie auch die Ch\u00f6re. Mit Dynamik und Pr\u00e4zision lie\u00dfen beide einen f\u00fcr Glyndebourne w\u00fcrdigen H\u00f6rgenu\u00df entstehen. Nach der Hexenprophezeiung glaubte man, <strong>Stephen Gadd<\/strong> (Macbeth) habe es ein wenig die Stimme verschlagen. Sein Bariton erholte sich jedoch w\u00e4hrend des zweiten Aktes zusehends, um gegen Ende fast gl\u00e4nzend zu werden. <strong>Svetlana Sozdateleva<\/strong> (Lady Macbeth) versuchte ihre mageren Spitzent\u00f6ne mit zus\u00e4tzlicher Stimmkraft zu kompensieren. Als gelegentlicher Effekt fast passend zur Rolle, peinigte diese Anstrengung auf Dauer eher als da\u00df es der S\u00e4ngerin half.<br \/>\nDer Tenor <strong>Stefano Ferraris<\/strong> (Macduff) hingegen war im letzten Akt eine gro\u00dfe \u00dcberraschung, und die ergreifende, seine ermordeten Angeh\u00f6rigen beweinende Arie<br \/>\nO figli, o figli miei wurde ein klarer H\u00f6hepunkt der Auff\u00fchrung. Das Publikum bedankte sich mit langem Applaus. Man w\u00fcnscht sich mehr Arien von Macduff. Auch die wundersch\u00f6ne und sehr tragende Ba\u00dfrolle <strong>Ilya Banniks<\/strong> (Banco) ist zu rasch vor\u00fcber. Banco wird ja ziemlich rasch umgebracht und kann uns daher nur wenig an Wohllaut bieten. Man war eben meistenteils Lady Macbeth ausgeliefert.<br \/>\nInsgesamt also eine insbesondere f\u00fcr Glyndebourne eher durchschnittliche Auff\u00fchrung mit zugegebenerma\u00dfen sehr sch\u00f6nen Momenten.<\/p>\n<p>Dr. Dominik Zenner<\/p>\n<p>F\u00fcr Glyndebourne Fotos: Mike Hoban<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>von Giuseppe Verdi, Oper in vier Akten, Libretto von Francesco Maria Piave nach einer Trag\u00f6die von William Shakespeare Urauff\u00fchrung: 14. M\u00e4rz 1847, Florenz, zweite Fassung: 21.April 1865, Paris (hier besprochen). Es handelt sich um eine Festival Produktion von 2007. 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